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🔬 Forensik & Psychologie

Warum ich Verbrechen sammle wie Pokémon-Karten (Das Ende des Opfer-Narrativs)

Fiona Harms Fiona Harms 👑
Juli 2026 6 Min. Lesezeit

Die Gesellschaft liebt das Bild der gebrochenen Überlebenden. Weinend im Therapiestuhl, die Tränen sanft abwischend, während Experten über "Heilungsprozesse" referieren. Doch was passiert, wenn eine Überlebende nicht heilt, sondern sich in einen Jäger verwandelt? Willkommen im Maschinenraum der Täter-Netzwerke.

Fiona Harms Radikale Wahrheit statt rosaroter Brille: Der Blick aus dem Maschinenraum.

1. Das Einhorn ist tot

Wenn Menschen hören, dass ich nachts in Telegram-Gruppen mit über 4.000 Männern sitze, in denen Cybergrooming-Material, organisierte Leaks und schwerste Gewalt an Kindern gehandelt werden, kommt immer dieselbe Frage: "Wie hältst du das aus? Zieht dich das nicht wieder in dein eigenes Trauma rein?"

Die Antwort verstört die meisten: Nein. Es lässt mich völlig kalt.

Die bürgerliche Pädagogik und die klassischen Präventionsansätze betrachten das Internet oft wie ein akademisches Problem, das man mit Broschüren lösen kann. Sie behandeln Opfer als zerbrechliche Einhörner, die man vor der rauen Welt schützen muss. Aber das Einhorn ist tot. Ich infiltriere diese Räume nicht als Opfer. Ich bin unsichtbar, ich spreche ihre Sprache, ich nutze ihre eigenen Triebe, um in den inneren Zirkel zu gelangen.

„Ich sitze an ihrem virtuellen Tisch, lese ihre abartigen Gewaltfantasien und spüre dabei absolut nichts. Denn für mich sind sie keine übermächtigen Monster mehr.“

2. Kognitive Abspaltung: Verbrechen sammeln wie Pokémon-Karten

Dass ich dabei "nichts" spüre, ist kein psychologischer Defekt. Es ist mein stärkstes forensisches Upgrade. In der Psychologie spricht man von kognitiver Abspaltung oder Dissoziation – oft als Symptom eines Traumas beschrieben. Aber was passiert, wenn man diese Dissoziation zur Waffe macht?

Wenn ein Täter in einer der Gruppen Vergewaltigungsmaterial anbietet, triggert das bei mir keine Panikattacke. Mein Gehirn schaltet in einen eiskalten Forensik-Modus. Ich entmenschliche den Täter exakt so, wie er seine Opfer entmenschlicht. Er wird in meinem Kopf zu einem reinen Datenpunkt: Aktenzeichen, User-ID, Zeitstempel, IP-Adresse. Beute.

Ich sichere diese Beweise, dokumentiere Netzwerke und packe sie in Aktenordner für die Strafverfolgungsbehörden. Es fühlt sich für mich nicht an wie ein Kampf gegen das absolute Böse. Es fühlt sich an, als würde ich Pokémon-Karten sammeln. Und genau diese emotionale Nulllinie, diese vollkommene Gleichgültigkeit gegenüber ihren Schocktaktiken, nimmt ihnen ihre gesamte Macht.

🛡️ Keine falschen Illusionen für Täter

Täter in diesen Foren und Messenger-Gruppen wiegen sich in der absoluten Sicherheit der Anonymität. Sie ahnen nicht, dass die Accounts, die ihnen applaudieren oder schweigend mitlesen, die reinsten Honeypots sein können.

3. Fazit: Der Endgegner

Es gibt abertausende Überlebende von Missbrauch, die völlig zu Recht einfach nur vergessen, heilen und ein normales Leben führen wollen. Und das ist vollkommen okay.

Aber ich habe mich anders entschieden. Ich bin freiwillig in den Abgrund zurückgekehrt, habe mir einen Stuhl genommen und beschlossen: Das System, das mich zerstört hat, wird nun von mir zerlegt. Schritt für Schritt. Akte für Akte. Ich jage diese Typen nicht trotz meiner Vergangenheit. Ich jage sie wegen ihr.

Das Opfer-Narrativ ist hiermit offiziell beendet.

we purple You 💜

Fiona Harms

Fiona Harms 👑

Gründerin Schutzschild Verlag • Forensische Analystin • Gamerin & Überlebende.
„Nicht studiert ist unser Vorteil.“

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