Wissen für Eltern

Verstehen, um zu schützen

Cybergrooming ist manipulativ und leise. Hier erfahren Sie, wie Täter denken und wie Sie Warnsignale erkennen.

Der Mann an der Schaukel

Stellen Sie sich einen Spielplatz vor. Ein Mann sitzt auf einer Schaukel. Er geht nicht zu den Kindern. Er bietet keine Süßigkeiten an. Er wartet einfach.

Irgendwann wird ein Kind neugierig. Warum sitzt der Erwachsene da? Das Kind nähert sich. Der Mann lächelt freundlich, aber unverbindlich. Vielleicht macht er eine lustige Bemerkung. Das Kind lacht.

Das Perfide: Das Kind hat das Gefühl, den Kontakt initiiert zu haben. Es fühlt sich sicher, weil es "die Kontrolle" hatte. Der Täter hat nur den Raum geschaffen, in den das Kind hineingetreten ist.

Im Internet ist es ähnlich: Täter erstellen Profile, die interessant wirken (z.B. als "YouTuber", "Mentor" oder "trauriger Teenager"). Sie warten, bis Kinder reagieren. So umgehen sie die natürliche Vorsicht ("Geh nicht mit Fremden mit"), denn das Kind denkt: "Ich bin ja zu ihm gegangen."

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Dolmetscher

Jugendsprache & Codes

Begriffe

  • Smash / Pass: Würde ich daten/sex haben (Smash) oder nicht (Pass).
  • Dudes / Simps: Jungs, die alles für ein Mädchen tun (Simps = abwertend).
  • Nudes: Nacktbilder.
  • Body Count: Anzahl der Sexualpartner.
  • Finsta: Fake-Instagram Account (geheim vor Eltern).

Emoji-Codes

Täter (und Jugendliche) nutzen Emojis oft zweideutig:

  • 🍆 / 🍌 = Penis
  • 🍑 / 🍩 = Po / Anus
  • 🐱 = Vagina ("Pussy")
  • 👻 = "Lass uns auf Snapchat wechseln" (dort löschen sich Nachrichten).
  • 👀 = "Schick mal (Nudes)" / "Zeig mal".

Gesprächseinstiege

Vermeiden Sie Verhöre ("Was machst du da??"). Zeigen Sie echtes Interesse.

"Zeig mir mal dein Lieblingsspiel ..."
Lassen Sie sich erklären, wie es funktioniert. Wer sind die Mitspieler?
"Was war das Verrückteste, das dir online passiert ist?"
Offene Frage, die Raum für Geschichten lässt.
"Ich habe gelesen, dass Apps manchmal Daten klauen..."
Gemeinsames Feindbild (die "böse App") statt Kind vs. Eltern.

Technische Sicherheit

Technik ersetzt keine Erziehung, aber sie hilft.

  • Family Link (Google) / Bildschirmzeit (Apple): Begrenzen Sie Apps und Nutzungszeiten.
  • Privatsphäre-Einstellungen: Profile auf "Privat" stellen (Instagram, TikTok).
  • Keine Namen im Nickname: Statt "Lisa_Berlin_2012" lieber "DragonSlayer99".
  • Kamera abkleben? Bei Laptops sinnvoll. Bei Handys: Berechtigungen für Apps prüfen.