Schritt-für-Schritt Anleitungen: So machen Sie das Smartphone und die Lieblings-Apps Ihres Kindes sicherer.
Risiko: Ohne System-Einschränkungen können Kinder unkontrolliert hochgeladene Apps installieren, In-App-Käufe tätigen oder auf unangemessene Webinhalte zugreifen. Täter versuchen oft, Kinder zum Herunterladen bestimmter Messenger (wie Telegram) zu bewegen, um dort ungestört zu kommunizieren.
Kleben Sie die Webcams an Laptops oder Tablets (sofern sie nicht für FaceID benötigt werden) mit speziellen Webcam-Stickern physisch ab. Dies ist ein 100% sicherer Schutz vor heimlichen Aufnahmen durch Malware.
Risiko: Jedes Bild, das mit dem Smartphone gemacht wird, kann unsichtbare Exif-Daten (GPS-Koordinaten) enthalten. Täter extrahieren diese Daten aus vermeintlich harmlosen Fotos, um exakt herauszufinden, wo das Kind wohnt, zur Schule geht oder sich aktuell aufhält.
Wenn Fotos über WhatsApp oder Signal als "normales Foto" versendet werden, schneidet die App die GPS-Daten beim Komprimieren meist ab. ABER: Wenn Bilder als "Dokument / Datei" versendet werden (um die Qualität zu behalten) oder über E-Mail/Discord verschickt werden, bleiben die Standortdaten erhalten!
Risiko: Beide Plattformen zeichnen sich durch absolute Verschlüsselung (Zangi) und mangelnde Moderation/Behördenkooperation (Telegram) aus. Sie sind die Hauptplattformen für Täter. Täter nutzen Gaming-Chats oder TikTok oft nur für den Erstkontakt und fordern Kinder dann schnell auf, zu Telegram oder Zangi zu wechseln, da sie dort keine Löschung, keine Strafverfolgung und keinen Jugendschutz befürchten müssen. Dort werden auch unzensiert extreme Gewalt und CSAM ausgetauscht.
Risiko: Discord wird oft parallel zum Spielen genutzt. Die Gefahr besteht in großen, unmoderierten "Servern", wo jeder jedem eine Direktnachricht (DM) schreiben kann. Täter suchen dort gezielt nach Kindern, senden Bilder oder Links und bauen vertrauliche Chat-Beziehungen auf.
Unter Privatsphäre & Sicherheit finden Sie den Filter für explizite Bilder. Stellen Sie diesen zwingend auf "Beschütze mich" (Scanne Direktnachrichten von jedem).
Risiko: Wenn Datenschutzeinstellungen offen sind, können Täter über automatisierte Nummernsuchläufe das Profilbild des Kindes sehen, es anschreiben oder es ungefragt in verstörende Gruppen (z.B. mit gewalttätigen Inhalten) hinzufügen.
Risiko: Snapchats Hauptgefahr ist die Illusion der Flüchtigkeit. Kinder glauben, Bilder löschen sich selbst und schicken vorschnell unangemessene Inhalte. Täter nutzen Screenshots oder Drittanbieter-Apps, um diese Bilder zu speichern und für Erpressung ("Sextortion") zu nutzen. Zudem verrät die "Snap Map" den minutengenauen Live-Standort.
Gehen Sie in den Einstellungen auf Mich in 'Quick Add' anzeigen und deaktivieren Sie den Haken. Dadurch wird das Profil Ihres Kindes Fremden nicht mehr algorithmisch als möglicher neuer Kontakt vorgeschlagen.
Risiko: Wenn Kinder eigene Videos (Tänze, Playback) veröffentlichen, ziehen "öffentliche" Profile oft Pädophile an, die diese Videos herunterladen, sexualisieren (z.B. per KI) oder per Privatnachricht Kontakt aufnehmen ("Toll getanzt, wie alt bist du?").
(Empfohlen) Nutzen Sie den Modus "Begleiteter Modus". So können Sie über Ihr eigenes Handy die Einstellungen des Kindes festsetzen, ohne ihm das Handy wegnehmen zu müssen.
Stellen Sie Direktnachrichten auf Niemand. (TikTok erlaubt dies für unter 16-Jährige automatisch, aber falsche Altersangaben bei der Anmeldung umgehen diesen Schutz).
Risiko: Ähnlich wie TikTok. Öffentliche Profile machen das Kind zur Zielscheibe. "Direktnachrichten-Anfragen" landen bei öffentlichen Profilen in einem separierten Ordner und enthalten sehr oft Dickpics (ungefragte Nacktbilder von Männern) oder Betrugsmaschen.
Erklären Sie dem Kind die "Enge Freunde" Funktion bei Stories. So können private Inhalte gezielt nur mit den echten Freunden (grüner Kreis) und nicht mit losen Bekanntschaften aus der Followerliste geteilt werden.
Risiko: Der Voice-Chat (Sprachchat) in Fortnite verbindet Spieler weltweit. Täter nutzen Gaming-Lobbys, um das Vertrauen von Kindern zu gewinnen (z.B. durch das Verschenken von In-Game-Währung "V-Bucks"). Der ungefilterte Voice-Chat ist zudem oft voller toxischer Sprache und Beleidigungen.
Legen Sie im Spielermenü fest, dass die Party-Teilnahme auf "Nur auf Einladung" (Invite Only) steht. So können keine fremden Spieler der Gruppe einfach beitreten.
Risiko: Roblox ist eine riesige Sammlung von nutzergenerierten Spielen. Obwohl Roblox Filter einsetzt, versuchen Täter hier sehr aktiv, Erstkontakt aufzunehmen. Sie nutzen beliebte Rollenspiele ("Adopt Me", "Brookhaven"), um Kinder anzusprechen und sie dann in externe, unsichere Chats (wie Discord oder WhatsApp) zu lotsen.
Risiko: Auf riesigen öffentlichen Multiplayer-Servern treiben sich neben Betrügern gelegentlich auch Täter herum. Die größte Gefahr im Minecraft-Kosmos liegt oft gar nicht im Spiel selbst, sondern in begleitenden Discord-Servern oder fremden WhatsApp-Gruppen, die gegründet werden, um gemeinsam zu bauen.
Sicherheitseinstellungen (vor allem bei der der "Bedrock"-Edition auf Konsolen und Tablets) lassen sich oft nicht im Spiel, sondern nur online über das verknüpfte Xbox Live / Microsoft-Konto ändern. Loggen Sie sich unter account.xbox.com/settings mit dem Elternkonto ein.
Lassen Sie Kinder im Grundschulalter am besten auf sogenannten Realms (gemieteten privaten Servern von Microsoft) spielen. Hierhin können nur echte Freunde mit einem direkten Code eingeladen werden. Meiden Sie große, öffentliche Netzwerke.
Risiko: Sehr beliebte Handyspiele wie Brawl Stars oder Clash of Clans sind darauf ausgelegt, dass Kinder In-App-Käufe tätigen oder Clubs/Clans beitreten. Täter nutzen die Clan-Chat-Funktion, um Kontakt aufzunehmen ("Komm in meine WhatsApp Gruppe, ich schenke dir Juwelen").
Wie bereits bei den Grundlagen beschrieben, ist hier die Sperre für das ganze Smartphone das wichtigste Mittel. Nutzen Sie Google Family Link oder die Apple Bildschirmzeit, damit das Kind keine "Juwelen", "Gems" oder Pässe heimlich kaufen kann.
Brawl Stars filtert Schimpfwörter im Chat sehr aggressiv (manchmal sogar zu stark). Dennoch sollten Kinder, wenn sie einem "Club" (Vereinigung von Spielern) beitreten, darauf achten, dass dieser Club in den Einstellungen als Familienfreundlich markiert ist. Solche Clubs erlauben keinen ungefilterten Chat.